Unter den vielen unterschiedlichen Kriterien für eine Platzierung der eigenen Seite in den Google Rankings gibt es immer wieder Änderungen. Mal ist ein bestimmter Aspekt der Optimierung wichtiger für eine gute Position, mal rücken vielleicht technische Aspekte in den Vordergrund. Eine ganze Branche beschäftigt sich nur mit der Frage, welche Schlüsselfaktoren für eine optimale Platzierung entscheidend sind. In den letzten Jahren ist die Frage aufgekommen, ob der geographische Serverstandort des eigenen Servers vielleicht eine Rolle spielt. Ist es wichtig, ob die Webseite in dem Land gehostet ist, aus dem sie kommt und dessen Publikum sie anspricht?

Faktencheck: Spielt der Serverstandort eine Rolle im Google Ranking?

Das größte Problem bei der Beantwortung dieser Fragen liegt natürlich noch immer darin, dass Google keinesfalls transparent mit den Faktoren für sein Ranking ist. Allerdings haben die Entwickler, die hinter dem Algorithmus stecken, in den letzten Jahren durchaus populäre Fragen beantwortet. Außerdem wurden vermeintliche Mysterien rund um das Ranking aufgelöst. Dabei spielte auch die Frage eine Rolle, ob es wichtig ist, an welchem Ort der Welt der eigene Server steht. Der Gedanke dahinter war, dass der Serverstandort von so hoher Bedeutung ist, dass man sich überlegen sollte, ob eine Webseite nicht lieber im eigenen Land gehostet wird – selbst wenn dies ein wenig teurer sein sollte.

Der Mythos verschwand erst, als man sich bei Google selbst zu dem Thema geäußert hat. Die Aussage war dabei klar: Der Algorithmus macht prinzipiell keine Unterscheidung bei den unterschiedlichen Standorten der Server. Allerdings kann es indirekte Auswirkungen haben, wo der eigene Server steht.

Notiz: Aus diesem Grund unterscheiden wir bei unseren Vergleichen nicht mehr primär zwischen den Ländern sondern nehmen andere Kriterien wie Ladezeit und Service unter die Lupe.

Dass an den Gerüchten rund um den Einfluss auf das Ranking nichts dran ist, zeigt sich schon daran, dass sich die Welt des Hostings in den letzten Jahren stark verändert hat. Heute hat nicht mehr jeder Anbieter einen eigenen Webspace oder Server bei einem festen Dienstleister. Die CDNs spielen ebenso eine Rolle wie die Auslagerung von Diensten und Webseiten in die Cloud. Würde Google nun tatsächlich den Serverstandort zu einem Faktor für das Ranking machen, würden diese Dienste, die meist in Amerika gehostet werden, zum Beispiel für deutsche Betreiber von Webseiten zu einem Problem werden.

Es ist unter den vielen Faktoren für das eigene Rating also nicht weiter wichtig, wo der Server zu finden ist. Man kann sich einen Serverstandort aussuchen, der in Hinblick auf die Preise und Leistung genau den eigenen Bedürfnissen entspricht. Was aber ein Faktor sein kann, sind kleine Dinge, die mit dem Standort des Hosters und seinen Dienstleistungen zusammenhängen.

Indirekte Einflüsse auf das Ranking durch den Serverstandort

Zwar mag der Serverstandort, wie festgestellt und von Google bestätigt, keinen Einfluss auf das Ranking haben – er kann trotzdem bestimmte Faktoren beeinflussen. So spielt zum Beispiel die Domain-Endung durchaus eine Rolle bei den Rankingfaktoren. Es einige Top-Level-Domains, die durch ihre illegale Nutzung in den letzten Jahren nicht mehr wirklich gut aufgenommen werden. Es braucht aber eine entsprechende Anpassung der Geo-Lokalisierung in den Webmaster Tools von Google, wenn man sich einer Top-Level-Domain aus einem anderen Land bedient. Wer zum Beispiel eine .com Endung für die eigene Webseite nutzt, sollte darauf achten, dass bei Google selbst die deutsche Sprache für die Webseite hinterlegt ist.

Ähnlich sieht es bei der Performance aus. Zwar mag der Serverstandort keine große Rolle spielen, wenn es um die direkte Bewertung geht. Ein schlecht angebundener Server kann aber auf andere Weisen für Probleme sorgen. Sind zum Beispiel die Ladegeschwindigkeiten schlecht, weil man sich für ein zu billiges Produkt entschieden hat, fließt dies durchaus in die Bewertung durch den Algorithmus ein. Ähnlich kann es aussehen, wenn der Serverstandort in einem Land ist, das vom eigentlichen Publikum nur schlecht erreichbar ist. Auf diese Dinge muss man daher achten.