Es gibt viele Gründe, weshalb Domain-Inhaber einen Domain Umzug von ihrem bisherigen Provider zu einem neuen veranlassen. Seien es gestiegene Preise, mangelhafter Service oder Features, die der alte Provider nicht anbietet. Um den Umzug so reibungslos wie möglich zu gestalten, sollten Sie einige Punkte beachten. Welche das sind, lesen Sie hier.

Beachten Sie die Transfer-Sperre nach der Domain-Registrierung

Sie haben Ihre Domain registriert und stellen nun fest, dass das Angebot des Providers doch nicht zu Ihnen passt? Dann müssen Sie eventuell einen langen Atem haben. Domains unter vielen generischen Domain-Endungen wie etwa .COM, .INFO oder .ORG können in den ersten sechzig Tagen nach Registrierung nicht transferiert werden. Das liegt nicht etwa daran, dass der Provider Sie nicht ziehen lassen will. Vielmehr handelt es sich um eine Regelung der Vergabestelle, die kein Provider umgehen kann. Sobald Ihr Domain-Name dann jedoch sechzig Tage alt ist, steht dem Domain Umzug nichts mehr im Wege.

Entsperren Sie Ihre Domain und fragen Sie nach dem Authcode

Bei den meisten Domain-Endungen läuft der Domain Umzug nach dem gleichen Prinzip ab. Für gewöhnlich ist Ihre Domain zunächst mit einem sogenannten „Transfer Lock“ versehen. Das ist eine Art digitales Schloss, welches die Domain vor einem Umzug ohne Ihr Einverständnis schützt. Viele Provider bieten die Möglichkeit, Ihre Domain direkt in Ihrem Account für Transfers freizugeben.

Anschließend benötigen Sie den Authcode. Dabei handelt es sich um ein Passwort, mit dem Sie den Domain Umzug autorisieren. Sie erhalten es normalerweise direkt in Ihrem Account beim bisherigen Provider, wenn Sie die Domain für den Transfer freigegeben haben. Manche Provider verlangen jedoch, dass Sie sich zunächst mit dem Kundenservice in Verbindung setzen, der Ihnen den Code dann übermittelt.

Achten Sie auf Sonderregelungen für Länderendungen

Jede Domain-Endung wird von einer Vergabestelle verwaltet. Diese erstellen selbst die Regeln, die für die jeweilige Endung gelten. Das umfasst auch Vorgaben für einen Domain Umzug. Bevor Sie mit einer Domain zu einem anderen Provider umziehen, erkundigen Sie sich bei altem und neuem Provider über den genauen Ablauf. Beispielsweise werden .UK-Domains (die Endung für den United Kingdom) nicht mittels Authcode transferiert, sondern Sie geben den sogenannten Tag des neuen Providers an. Bei .BE-Domains (die Endung für Belgien) verfällt der von der Vergabestelle generierte Authcode nach 30 Tagen.

Haben Sie Ihren Webspace und Ihre E-Mails im Blick

Falls Sie Ihre Domain bislang lediglich gesichert haben, aber nicht aktiv nutzen, müssen Sie sich um Webspace und E-Mails keine Sorgen machen. Was jedoch, wenn Sie bereits eine Homepage erstellt oder E-Mail Adressen eingerichtet haben? Bei einem Transfer werden schlimmstenfalls die Nameserver des bisherigen Providers deaktiviert. Damit sind sowohl Website als auch E-Mails offline. Auch hier lohnt sich der Kontakt zum neuen Provider. Er klärt mit Ihnen ab, wie Sie für eine minimale Downtime beim Transfer sorgen, damit Ihre Homepage und Ihre Nachrichten weiterhin funktionieren.

Prüfen Sie vorab, ob Ihr zukünftiger Provider Ihre Anforderungen erfüllt

Das Angebot klingt verlockend: Für den Domain Umzug berechnet Ihr neuer Provider viel weniger als der alte. Schlagen Sie dennoch nicht sofort zu, denn nicht alle Provider bieten die gleichen Services an. Benötigen Sie beispielsweise ein Hosting-Paket, prüfen Sie unbedingt, ob der neue Provider diese Option überhaupt anbietet. Gleiches gilt für E-Mails. Sie legen Wert auf umfassenden Kundenservice? Dann sollten Sie in Erfahrung bringen, wann und wie Sie das Support-Team des Providers erreichen.

Achtung: oft bieten Provider nach einem Domain Umzug einen Rabatt auf die Registrierungsgebühren. Die Kosten in den Folgejahren können deutlich höher ausfallen. Ein seriöser Anbieter wird diesen Unterschied ungefragt kenntlich machen.

Ziehen Sie Ihre Domain nicht kurz vor dem Ablaufdatum um

Auch wenn es dringend ist: kurz vor dem Datum der Verlängerung sollten Sie keinen Domain Umzug anstoßen. In der Regel funktioniert der Transfer zwar schnell und unkompliziert, doch Fehler können immer passieren. Schlimmstenfalls läuft Ihre Domain ab und muss dann zu höheren Kosten wiederhergestellt werden. Auch wenn der bisherige Provider Sie nicht mehr überzeugt: kontaktieren Sie das Support-Team des neuen Providers und halten Sie Rücksprache, ob ein Domain Umzug noch vor dem Ablaufdatum empfohlen wird.

Wenn Sie diese Punkte beachten, sollte einem erfolgreichen Domain Umzug nichts mehr im Wege stehen. Im Zweifelsfall gilt: fragen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig!